Werkzeuge und Ersatzteile auf Tour

 

Immer dabei

 

 

 

 

Standard - 750 gr

 

Tagestouren in der Fremde

Rucksack (Schnallen entfernt, Karabiner als Brust-                                Beutel 1 (1a und 1b) 

gurt, Rückenprotektor aus Plastikschneideunterlage                       Beutel 2a      oder       Beutel 2b

und Isomatten)

 

 

Beutel 1a - Werkzeug und Ersatzteile - 750 gr

  • Ventiladaper Auto-MTB-RR
  • Pumpe (Leistung auch zur Not für Dämpfer/Gabel)
  • Inbus zum Laufradwechsel
  • Dichtmilch mit Einfüller durch den Ventilschaft (alternativ Pannenspray)
  • Kabelbinder
  • Beutel 1b

 

Beutel 1b incl. - Kleinteile - Gewicht incl.

  • Seil
  • Batterien CR1620, CR2032
  • Ventil, normal und tubeless
  • Ventilschlüssel
  • Flickzeug
  • Schleifpapier
  • Zange
  • Diverse Bits mit Werkzeughalter
  • Taschenmesser
  • Notfallgroschen
  • Reifenheber aus Metall
  • Kettennieter und -bügel
  • Speichenschlüssel
  • Röhrchen mit Tire Plugs und Einführwerkzeug
  • diverse Kettenschlösser
  • Pin und Olive für Hydraulikleitung

 

Tagestouren in der Fremde, nach Bedarf

 

 

 

Beutel 2a - wenn RR-Tour - Schlauch - 150 gr

  • Schlauch 630*50
  • Bremsbeläge L03A

 

 

 

 

Beutel 2b - wenn MTB-Tour -  Schlauch - 300 gr

  • Schlauch 29*2,5
  • Bremsbeläge Galver G1053 Magura MT5

DV-Beutel - 300 gr

  • Powerbank
  • Ladekabel
  • Uhrenkabel
  • Handykabel

Erste Hilfe Beutel - 150 gr

  • Standardverbandszeug DAV
  • Schmerztabletten stark
  • Rettungsdecke

Mehrtagestouren

  • Schloß
  • Ladegerät                - 1150 gr
  • Biwaksack               - 150 gr
  • Öl                             -   50gr
  • Dämpferpumpe       - 150 gr
  • MTB Mantel 29*2,5 - 1250 gr

Pannen auf der Tour

Laufrad

Platten bei Schlauchreifen und tubeless

Ursachen für Platten sind Fremdkörper, Snake-bites (Durchschlag der Felgen auf Schlauch/Mantel), Schlitze in den Mantelflanken und Felgenschäden. Letztere zwei sind schwer zu beheben.

 

Pannenspray enthält Dichtmilch und Druckluft, kann aber nur einmal verwendet werden.

 

Platten bei tubeless Reifen

Bei kleinen Löchern Plugs( Salamies) oder gösseren Äste von aussen in die Öffnung stecken und neu aufpumpen.

Wenn zuviel Milch entwichen ist, Ventil rausschrauben und Milch in Tieflage nachfüllen.

 

Bei grösseren Löchern/Schlitzen kann genäht werden. Die Löcher mit Schraubenzieher stechen, Draht oder Schnur als Garn verwenden oder es kann innen etwas eingelegt werden (Flicken, Hülle Müsliriegel). 

Schwierig ist es dann allerdings genug Luftmenge aus der Pumpe zu bekommen, um den Mantel wieder auf das Felgenhorn zu bekommen. Der Kompressor an der Tankstelle kann, wenn man einen Adapter hat, helfen.

Dewegen sollte erst probiert werden, ob man das Loch durch das Umschnüren von Profilstollen so klein bekommmt, dass die Diichtmilch wirken kann.

Wenn das nicht gelingt, muss der Ersatzschlauch her, die Restmilch rausgewischt werden und das Tubelessventil mit der Zange demontiert werden

 

Mantel - Demontage / Montage

Bei der Demontage drückt man den Reifen vom Felgenhorn in das Tiefbett (Felgenmitte gegenüber dem Ventil), so dass man auf der gegenüberliegenden Seite (Ventil) mit dem Mantel weiter zum Felgenrand kommt und ihn leichter darüberhebeln kann. (andersrum hätte man weniger Platz zur Verfügung)

Bei der Montage, Mantelrichtung beachten, beginnt man analog gegenüber dem Ventil und hebelt den Rest ein. Um das Ventil nicht zu gefährden erfolgt das letzte Umhebeln kurz neben dem Ventil.

Fehlt dazu eine dritte Hand, kann man Kabelbinder nehmen, im Notfall kann man auch  -sofern vorhanden- mit Temperatur oder einem Gleitmittel (Spüli) nachhelfen.

Der Mantel lässt sich auch ohne Heber mit einer Schnur, die man ins Felgenbett legt, montieren.

Zur Schmerzvermeidung kann man die Schnurenden um kleine Stöckchen wickeln.

 

Platten bei Schlauchreifen

 

Mantel einseitig öffnen, Schlauch raus, Loch suchen, flicken. Wichtig: Schadensursache suchen, d.h. Schadensort aussen. innen oder an der Flanke des Schlauches und in welchem Abstand zum Ventil. Dann Mantel bzw. Felge an der Stelle genau prüfen.

Bei kleinen Löchern, wenn man keinen Ersatzschlauch/Flickzeug hat, hilft auch ein Knoten im Schlauch

 

Speichenbruch

 Wenn der "Achter" gering ist, kann weitergefehren werden. Die Speichenreste werden entfernt bzw. so fixiert (Kabelbinder), dass sie nichts beschädigen. Ggf. können die Speichenenden sogar zu Ösen geformt werden und die Zugkraft mit Kabelbindern übernommen werden.

Wenn der Achter grösser ist, sollte erst versucht werden diesen durch das Anziehen der Speichen mit dem Speichenschlüssel zu mindern.

Laufrad zentrieren, Achter entfernen, Felgenschaden reparieren

  • Bild 1: Prüfen, ob es lose Speichen gibt (Spannung, Klang) und anziehen
  • Bild 2: Kabelbinder, um Schlag am Reifen zu markieren
  • Bild 3: Gegenüberliegende 3 Speichen anziehen (gegen Uhrzeigersinn), halbe Umdrehung, dann erneut prüfen
  • Bild 4: Messerspeichen dabei festhalten oder nach Manteldemontage spannen
  • Bild 5: Felgenschaden bei Alufelgen vorsichtig mit der Zange rausdrücken.

Freilauf defekt

Wenn sich das Laufrad in beide Richtungen frei drehen lässt, kann man behelfsmässig die Speichen mit dem grössten Ritzel durch mehrere Kabelbinder verbinden.

 

Bremse

Bremshebel ohne Druckpunkt

lHebel lässt sich, ohne Druckpunkt, bis zum Lenker durchziehen.

  • Nachstellschraube Griffweite überprüfen
  • Bremshebel mehrmals schnell hintereinander ziehen („pumpen") und prüfen, ob dann der Druck hält.
  • Leitungen, Hebel, Sattel auf Ölaustritte prüfen

Hydraulikleitung Leckage und Luft / H2O im System

Es ist Luft im Sytem oder die hygroskopische Bremsflüssigkeit hat über viele Taupunktwechsel Wasser gebunden (> 3%), das bei Erwärmung durch das Bremsen gasförmig wird. Der Bremsdruck wird nicht mehr direkt zu 100% übertragen.

Zuerst gilt es alle Verbindungen, die locker sein könnten und Lufteintritt ermöglichen könnten, anzuziehen.

Da man in der Regel weder Hydrauliköl noch Spritzen zum Entlüften dabei hat, können nur kleine Undichtigkeiten an den Enden der Hydraulikleitung repariert werden, für die die Hydraulikölreserve im Ausgleichsbehälter reicht.

Zur Leitungsendenanpassung muß die Leitung sauber, ohne Quetschungen, abgeschnitten werden, der Verbindungseinsatz ganz eingetrieben werden, die Olive fest gequetscht werden. Dazu benötigt man einen Gabelschlüssel, behelfsweise eine Zange.

 

Keine Bremsleistung

  • Temperatur hoch

Kühlen

Hohe Temperaturen an Bremsscheiben, Bremssatteln entsteht bei dauerhaftem, statt stotternden Bremsen. Es hilft nur das

Abkühlen mit Luft (dauert) oder Wasser. Danach sind die Scheiben auf Verformung zu prüfen.

 

  • Schleifendes periodisches Geräusch
    • Bremsscheibe auf Verformung prüfen

 

Bremsscheibe richten

 Bremsscheiben, die verformt wurden, kann man mit den Händen geraderichten, wobei das Laufrad montiert bleibt und immer wieder zu Kontrolle gedreht wird.

Zwischen den den Bremsbelägen stellt man den Ort des maximalen Schleifens der Scheibe fest, dreht diesen nach oben und verbiegt mit 2 Händen die Scheibe nach vorne oder hinten (weg von der schleifenden Seite).

Dies wiederholt man, bis kein Schleifgeräusch mehr vorhanden ist.

 

 

  • Schmutziger Bremssattel und/oder Scheibe

Reinigen

 

  • Schleifendes permanentes Geräusch
    • Schrauben am Bremssattel/-scheibe auf Festigkeit prüfen

Schrauben anziehen

  • Bremsspalt optisch prüfen (ggf Handylampe drunter halten)

 Bremssattel neu ausrichten

Dazu beide Halteschrauben lösen, Bremse anziehen und halten (Kabelbinder), Halteschrauben festziehen, Spalt erneut prüfe

  • Bremsbeläge

Bremsbeläge ausbauen und wechseln

Belagsicherung, Schraube oder Splint lösen

Beläge nach unten oder oben herausziehen, ggf. dazu Bremssattel lösen

Ggf. Bremskolben mit breitem Schlitzschraubenzieher zurückdrücken

Neue Beläge reinstecken

Sicherung einbauen

Einbremsen: 20 mal von 30 auf 5 km/h pro Rad

  • Bremsbeläge auf Verschleiß prüfen (Soll > 1mm)

 

  • Bremsbeläge auf Verglasung prüfen (polierte Oberfläche)

Entsteht durch dauerhaftes, lasches und schleifendes Bremsen. Manchmal genügt es die Beläge mit Schleifpapier gleichmässig aufzurauhen.

 

Antrieb

Kette trennen und verbinden

  • Reparaturstelle mit Draht im unteren Kettenrücklauf entlasten (manchmal lässt sich auch das Schaltwerk entlasten -SRAM)
  • Niete rausdrücken, so dass zwei Innenglieder die Kette beenden
  • Kettenschloss in Pfeilrichtung einbauen
  • Kettenschloß in den Zugbereich vorsichtig bewegen - Kette oben
  • Rückradbremse und Pedal drücken, Kette spannen bis Schloß klickt, 

Ggf müssen mehrere Glieder mit zwei Kettenschlössern eingebaut werden, um ausreichende Kettenlänge zum Schalten auf das grösste und kleinste Ritzel zu haben.

 

Muß ein Kettenschloß geöffnet werden, kann das mit einer speziellen Zange oder einem Stück Schnur/Draht, die in die benachbarten Gliedern eingeführt und angezogen wird, erreicht werden.

Hat man kein passendes Kettenschloß, kann man versuchen den Bolzen nur teilweise herauszudrücken (letztes Bild) und nach Reperatur wieder reinzudrücken.

 

Gänge "knirschen" bei üblichem Schaltwerk

Falls nicht Ritzel, Kette, Kettenschloss als Ursache identifiziert werden die Anschläge und die Zugspannung nachjustiert.

 

Gänge "knirschen" beim Transmission Schaltwerk

Bei der Transmission kann eine Verfomung nur auf dem roten Setup-Ritzel überprüft werden, da teilweise ein Schräglauf gewünscht ist. (Bild 1)

Die Distanz oberes zu unterem Ritzel ist fix, so dass nur die richtige Lage auf dem Setup-Ritzel relvant ist.

Bei der mechanischen Transmission erfolgt die Feinjustage am Schalthebel. (Bild 2)

Bei der elektronischen Transmission erfolgt die Feinjustage über Bluetoth per App.

 

Schaltwerk / Kettenkäfig  verbogen oder defekt

 1., Der Kettenkäfig ist aus der Achse und wird händisch zurückgebogen

2., Das Schaltauge als Sollbruchstelle ist krumm. Dann muss es ausgewechselt werden (Ersatzteil mitnehmen).

     Daheim kann es ggf. mit dem Ausrichtwerkzeug gerichtet werden (letztes Bild)

 

Schaltzug gerissen

Die Schraube am Schalthebel lösen und die Überreste des Schaltzugs komplett herausziehen. Den Schaltzug direkt am Schaltwerk einfädeln, so dass der Nippel des Schaltzugs in der Öse der Halterung des Außenzugs am Schaltwerk einfährt. 

Dann den Schaltzug in der vorgesehenen Weise am Schaltwerk entlang führen und fest schrauben. Dabei das Schaltwerk etwas nach oben drücken, um das Schaltwerk in einem einfacheren Gang zu fixieren. Die lose Teiile des Zuges werden entfernt oder am Rahmen fixiert.

Mit der Stellschraube lässt sich mitunter ein leichterer Gang einstellen.

 

Die Kette springt, weil das Ritzelpaket lose ist

Zum Festziehen des Ritzelpaketes benötigt man einen Spezialaufsatz und einen Drehmomentenschlüssel (40 Nm). Da beides auf Tour nicht vorhanden ist, kann man nur behelfsmässig mit Schraubenzieher und einem Schlaggegenstand (Stein) die Mutter anziehen.

(Zum Lösen bräuchte man eine Kettenpeitsche)

 

Pedalgewinde ausgeleiert

Außengewinde stramm mit Tape umwickeln und sorgfältig wieder einschrauben

 

Sattel

Variable Sattelstütze bleibt nicht oben

 Eine Astgabel auf dem Oberrohr und unter dem Sattel kann mit Kabelbindern an die Sattelstütue fixiert werden.

 

Variable Sattelstütze bleibt nicht unten

 Mit einer Schnur oder einem Riemen am Oberrohr festbinden.

 

Gabel-Dämpfer

Wenn die Gabel oder der Dämpfer durchschlägt, kann man diese sperren und so weiterfahren oder mit einer Dämpferpumpe den Druck wieder herstellen

 Voreinstellung: Gabel     1 PSI pro kg Fahrer mit Ausrüstung,

                          Dämpfer 2 PSI pro kg Fahrer mit Ausrüstung,

                          SAG 30%.

100 kg = 100 PSI = 6,9 bar, die evt bereits die "normale" Pumpe fast schafft, falls keine Dämpferpumpe dabei ist.